Nachrichten des Seminars für Vereins- und Verbandsforschung

 

 Verbändeumfrage 2005: Erste Trends weisen auf interessante Ergebnisse hin!

von Astrid Heilmair und Dieter Witt

 Unter der Federführung des Seminars für Vereins- und Ver­bandforschung an der Technischen Universität München (SVV) läuft derzeit eine breit angelegte Befragung der Verbände. Erste Ergebnisse zeichnen sich bereits ab.

 Ziel der Verbändeumfrage 2005 ist es, mehr Informationen über die aktuellen Herausforderungen, denen das Management von Verbänden und verwandten Organisationen aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage gegenübersteht, zu gewinnen. Durchgeführt wird die Verbändeumfrage 2005 im Rahmen eines Kooperationsprojekts des Seminars für Vereins­und Verbandsforschung (SW) der Technischen Universität München, der Hochschule Magdeburg-Stendal, der Deutschen Gesellschaft für Verbandsmanagement eV. (DGVM), Bonn und MICHAELTHIESS Management Consultants, München.

 

Um die Ergebnisse auch im Zeitverlauf beurteilen und Trendentwicklungen aufdecken zu können, werden die Aussagen auch im Kontext einer ähnlichen Studie, die bereits 1996/97 am SW durchgeführt wurde, betrachtet. Aufgrund der unter­schiedlichen Stichprobe beider Studien kann zwar kein direkter Vergleich vorgenommen werden, aber wir gehen jedoch davon aus, dass die von uns aufgezeigten Unterschiede im Sinne von Richtwerten einen hohen Informationsgehalt besitzen und somit für Wissenschaft und Praxis von Bedeutung sind.

 

Die Auswertungen der Verbändeumfrage 2005 sind im vollen Gange und erste Trendeinschätzungen können bereits getrof­fen werden. Als interessantes Beispiel dafür soll im Folgenden kurz die Einschätzung über die Gewinnung von hauptamtli­chem Personal dargestellt werden:

 

Bezogen auf die aktuelle Arbeitsmarktsituation ist es ver­wunderlich, dass rund ein Drittel der befragten Verbände angeben, Probleme bei der Beschaffung hauptamtlicher Mitarbeiter zu haben. Im Vergleich zur Studie von 1996/97 hat sich die Situation jedoch etwas gelockert: damals sah sich nämlich fast die Hälfte aller befragten Verbände mit Schwierigkeiten bei der Gewinnung von hauptamtlichen Mit­arbeitern konfrontiert.

 

Als Hauptgrund wird derzeit vor allem die niedrigere Bezahlung im Gegensatz zur freien Wirtschaft genannt. Diese Problematik wird von

64,9% der betroffenen Verbände so empfunden. An zweiter Stelle rangiert mit knapp 50% Nennungen das Problem, dass es zu wenig qualifiziertes Fach- und Branchen­personal gibt.

 

Gut ein Viertel der Verbände führt Schwierigkeiten bei der Per­sonalgewinnung auf ein weniger attraktives Image der Arbeit in Verbänden zurück. Vergleicht man diese Aussagen wieder­um mit den Ergebnissen vor gut acht Jahren, ist jedoch eine Verstärkung der damaligen Aussagen auffallend.

 

Bei gleich bleibender Rangordnung der von uns aufgeführten Ursachen zeigt sich an dem Beispiel der "niedrigeren Gehälter", dass sich die Nennungen im Vergleich zu früher mehr als verdop­pelt haben (von ehemals 25,0% auf aktuelle 64,9%). Einen Man­gel an Fachpersonal beklagten früher rund 10% der betroffenen Verbände. Bezogen auf die heutige Situation hat sich die Anzahl der Verbände, die dies für ein Problem halten fast verfünffacht. Ähnliches gilt für die Annahme der Verbände, dass ein unattrak­tives Image von Verbänden als Hindernis angesehen wird: hier hat sich die Zahl der betroffenen Verbände in den letzen Jahren von 6,9% auf aktuelle 25,8% mehr als verdreifacht.

 

Diese Trendwende bedeutet, dass Verbände, die derzeit Schwierigkeiten bei der Gewinnung von hauptamtlichen Mit­arbeitern haben, ihre Situation verschärfter und von mehreren Faktoren abhängig sehen als noch vor acht Jahren. Zudem konzentrieren sich heutzutage die Probleme im Wesentlichen auf die oben dargestellten Bereiche. Weitere Informationen zur Verbändeumfrage 2005 sowie den Fragebogen finden Sie auf folgenden Websites:

http://www.verbandsforschung.de
http://www.stendal.hs-magdeburg.de
http://www.dgvm.de
http://www.verbaende.com
http://www.michaelthiess.com


Autoren:

Dipl.-Kffr. Astrid Heilmair, ist Beraterin bei MICHAELTHIESS Management Consultants und promoviert am Institut für Dienstleistungsökonomik an der Technischen Universität München

Prof. Dr. Dieter Witt ist Direktor des Seminars für Vereins­und Verbandsforschung (SW) an der Technischen Universi­tät München

 

 

 

 

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